Zwischen „Spar-Wars“ und Rig-Upgrades: JDRT im Dauerstress der Championships
Nach einer kurzen technischen Zwangspause in der Redaktion melden wir uns mit einem Paukenschlag zurück! Die Fahrer des JD Racing Teams hatten eine vollgepackte Woche in den verschiedenen Championships hinter sich. Von nervenaufreibenden Sprit-Schlachten in Silverstone bis hin zu Hardware-Experimenten unter Rennbedingungen – die Jungs mussten alles in die Waagschale werfen.
M. Johnson: Der „Spar-Wars“-Veteran am Limit
Für M. Johnson war die Woche geprägt von einer Disziplin, die er eigentlich leid ist: dem extremen Spritsparen. Im LMGT3 Sprint Cup auf dem National Layout von Silverstone reichte es für P13, doch der Spaßfaktor hielt sich in Grenzen.
„Super langweilig, aber ein extrem entspanntes Rennen“, bilanzierte Johnson trocken und taufte das Event kurzerhand um in „Spar-Wars“.
Die Reise ging direkt weiter an die Sarthe. In der 2.4h Series in Le Mans sicherte er sich zwar einen soliden 10. Platz, doch der Frust über die taktische Zurückhaltung wuchs:
„Es reicht auch so langsam mit der Sparerei. Ich will Rennen fahren und nicht spazieren gehen!“
Als wäre das nicht genug, sorgte ein Rig-Upgrade vor dem Rennen in Paul Ricard für neue Herausforderungen. Mit neuer Hardware, aber ohne das nötige Feingefühl, landete er auf P20, auch bedingt durch eine Strategie, die völlig danebenging.
„Ich weiß noch nicht so genau, wie ich das neue Rig nutzen kann. Ich muss mich vor der nächsten 2.4h Series nochmal intensiv damit beschäftigen. Keine Ahnung, wieso ich die Strategie diesmal einfach nicht hinbekommen habe.“
T. Reckler: Mentale Erschöpfung und die Angst vor Spa
Auch Thomas Reckler musste sich durch das enge National Layout in Silverstone kämpfen. In einem Rennen, das über 64 Runden und eine volle Stunde ging, wurde er mental bis an die Schmerzgrenze gefordert.
„Es war ein hartes Rennen. Die kleine Rennstrecke ließ kaum Platz für Fehler oder Taktik“, so Reckler. Nach einigen „nicht ganz sauberen Aktionen“ war er am Ende einfach nur froh, die Zielflagge gesehen zu haben: „Mental war das ganz hart. Direkt nach dem Rennen wusste ich gar nicht mehr, wo oben und unten ist.“
In Paul Ricard zeigte Reckler jedoch wieder seine bekannte Kämpfernatur. Trotz eines gewohnt schwierigen Qualifyings (P33) pflügte er durch das Feld und landete nach taktisch klugen Boxenstopps auf P25.
„P25 in Paul Ricard ist eine Leistung, mit der man zufrieden sein kann. Aber nächste Woche geht es nach Spa – das ist absolut nicht meine Strecke. Das wird dann wohl das Streichergebnis der Saison.“
M. Decker: Kaltstart mit Hindernissen
Endlich wieder im Cockpit: M. Decker feierte seinen Saisoneinstand. Ohne nennenswerte Vorbereitung stürzte er sich ins Rennen, musste aber früh einen Dämpfer hinnehmen. Ein Zwischenfall zwang ihn zur vorzeitigen Reparatur an die Box. Trotz der fehlenden Kilometer und des Schadens rettete er P27 ins Ziel. Die Erkenntnis des Abends: Da wäre ohne den Zwischenfall deutlich mehr drin gewesen, aber der Speed für den Rest der Saison scheint vorhanden zu sein.
Das Fazit der Woche: JDRT kämpft an allen Fronten. Während Johnson mit seiner neuen Hardware und dem „Sprit-Diktat“ hadert, beweist Reckler Nervenstärke in der Aufholjagd. Mit der Rückkehr von Decker ist das Team nun wieder breiter aufgestellt. Die nächste Woche wird mit Spa für Reckler zur Charakterprobe, während Johnson hofft, sein neues Rig endlich in pure Pace ummünzen zu können.